· Pressemitteilung

Wittlager Mahlzeit: Trotz extremer Hitze kamen 90 Essengäste - es gab kalten Kartoffelsalat statt heißem Eintopf

Leckeren "homemade" Kartoffelsalat zum sofortigen Verzehr mit Mayonnaise und Ei gab es wegen der großen Hitze bei der Wittlager Mahlzeit
Klaus Burke, ehemals leitender Forstbeamter, pellt und schneidet ehrenamtlich im Team 30 kg Pellkartoffeln
Mühsame Arbeit, Gurken und gekochte Eier werden von Margot und Annegret vom DRK-Team fein gewürfelt für den Kartoffelsalat
Viel "Schnippelarbeit", die die meist 100 Essensgäste womöglich nicht wahrnehmen, die trotz großer Hitze ehrenamtlich von den Kräften des ökumenischen Arbeitskreises geleistet wird

Trotz hoher Temperaturen fanden zahlreiche Senioren den Weg zur Wittlager Mahlzeit. Das DRK-Team stellte das Menü um und achtete auf besondere Hygiene beim Umgang mit Lebensmitteln.

Das DRK-Team Verpflegung stand bereits um 7.30 Uhr in der sehr warmen Küche. Bereits am Vortag war umdisponiert worden. Statt heißem Eintopf sollte es kalten Kartoffelsalat mit Heißwurst geben. Die Entscheidung erwies sich als richtig, denn gefühlt war es noch heißer als am Vortag. Hermann Pannenborg, Chef der DRK-Verpflegungsgruppe, hatte am Vortag bereits 40 kg fertigen Kartoffelsalat im Großhandel eingekauft und danach 30 kg Kartoffeln im großen Kessel gekocht und mit kaltem Wasser abgeschreckt. So konnten am Mittwochmorgen von dem ehrenamtlichen Helferteam des ökumenischen Arbeitskreises die Pellkartoffeln abgepellt und in Scheiben geschnitten werden. Der vorgefertigte Kartoffelsalat wurde mit den frischen Kartoffeln, gewürfelten Eier- und Gurkenstückchen verfeinert, dazu gewürfelte Zwiebeln, Remoulade, Gewürze, Petersilie und Schnittlauch. Zum Schluss wurde alles gut vermengt und abgeschmeckt.

Der so mühevoll verfeinerte Kartoffelsalat war sehr lecker und die Säure, mit der der industrielle Kartoffelsalat haltbar gemacht wird, war so minimiert und kaum mehr wahrnehmbar auf dem Gaumen als "Geschmacksbremse".

Gut 70 kg Kartoffelsalat waren vorbereitet. Nur das Team hatte keine Ahnung, wie viele Essensgäste trotz der großen Hitze kommen würden. Es waren kaum weniger als sonst und die Senioren waren trotz der Hitze zum Essen gekommen. Dies zeigt, wie wichtig dieses Essensangebot für viele Teilnehmer ist. Es gab ausreichend Wasser zum Trinken, gerade bei der großen Hitze wichtig für den Kreislauf und das körperliche Wohlbefinden. Für Schüler könnte es noch vor den Sommerferien hitzefrei geben. Trotzdem sollten Senioren mit Kreislaufbeschwerden vorsichtig sein, wenn sie die Wohnung verlassen bei weiter ansteigender Hitze.

Als Dessert gab es Rote Grütze, ergänzt mit frischen Früchten und einer Sahnehaube. Und danach gab es heißen Kaffee. Sollte die Extremhitze weiter ansteigen, wird durch die Leitung der Wittlager Mahlzeit geprüft, ob diese im Notfall abgesagt werden muss, da die Gesundheit der Teilnehmer oberste Priorität hat. Das DRK-Sozialzentrum hat keine Klimaanlage und es gibt keine Rollladen, so dass sich der Raum leider durch die Sonnenstrahlung aufheizt.

Andere Veranstaltungen wie zuletzt das Dorffest in Wittlage gaben sich große Mühe, Sahnetorten und andere durch Hitze verderbliche Kuchenprodukte in einem Kühlwagen vor dem Verzehr zwischenzulagern, so dass die Kühlkette nicht unterbrochen wird.

Immer wieder taucht die Frage auf, wer haftet bei der Mitnahme von Speisen bei extremer Hitze. Der Anbieter, als gewerblicher Gastronom oder vereinsmäßiger Anbieter, gilt als "Unternehmer", der Essensgast dagegen als "Verbraucher". Auch bei der Wittlager Mahlzeit werden Speisen mitgenommen, die bei extremer Hitze verderben könnten, wenn sie längere Zeit im heißen Auto gelagert werden.

Hierzu sagt die Rechtsprechung, dass die Verantwortung für Speisen auf den Verbraucher übergeht, wenn diese den Raum verlassen, in dem sie zum Verzehr angeboten wurden. Der Gast sollte bei extremer Hitze unbedingt eine Kühltasche nutzen, wenn er Speisen mit frischer Mayonnaise, Eierprodukten, Sahne, Milch und anderem mitnimmt. Unterbricht der Gast auf dem Heimweg die Kühlkette, indem er noch seinen Wocheneinkauf erledigt, so haftet er selbst für gesundheitliche Schäden, die er selbst oder diejenigen erleiden, die sie verzehren.

Alle Speiselokale sollten jedoch ihre unerfahrenen Gäste darauf hinweisen, dass die mitgenommenen Speisen gekühlt werden müssen. Der Anbieter haftet nur, wenn vorher die Speisen bereits durch Hygienemängel belastet waren. Das DRK-Team Verpflegung möchte nicht, dass Essensteilnehmer durch Keime erkranken, so dass Hygiene besonders beachtet wird. Von jeder Mahlzeit wird eine Rückstellung mit Datum eingefroren.

Die Hitzeperiode mag nur von begrenzter Zeitdauer sein, doch die Bewohner in dieser Region müssen sich dieser Herausforderung stellen und eine Kühltasche ist allemal gut, um Lebensmittel so zu befördern, dass sie nicht auf dem Heimweg verderben und dass dadurch Erkrankungen verursacht werden.

Die extreme Hitze zwingt dazu, nur Speisen anzubieten, deren Inhalte nicht leicht verderblich sind.

Text und Fotos: Eckhard Grönemeyer