· Pressemitteilung

„Wittlager Mahlzeit“: Ehrenamtliche Helfer versorgen über 100 Gäste trotz Hitze

Hauswirtschafterin und DRK-Helferin Brigitte Hüsemann füllt mit der Fünf-Liter-Schöpfkelle die Essens-Wärmebehälter für die Ausgabe-Theke, eine anstrengende Arbeit
150 Liter Eintopf mit Pilzen, Bohnen, Tomaten, geschmorten Zwiebeln, Rinderhackfleisch und einer Käse-Sahne-Sauce. Das Motto „All you can eat“ wurde trotz der großen Hitze umgesetzt
Mit dem elektrischen Flaschenzug werden große Küchengeräte auf den Boden gezogen und dort eingelagert, eine Idee von Küchenchef Hermann Pannenborg
Ein großer und schwerer Thermobehälter wird elektrisch auf den Lagerboden gezogen und dort abgenommen, sodass der beschwerliche Aufstieg über die Ausschubtreppe entfällt

Bei der Wittlager Mahlzeit engagieren sich Ehrenamtliche auch bei großer Hitze, um zahlreiche Gäste zu versorgen. Die Arbeitsbedingungen in den aufgeheizten Küchen stellen dabei eine besondere Herausforderung dar. 

Die Sommerpause findet erst im September statt. Jeweils am Mittwoch, 9. und 16. September, fällt die Mahlzeit ersatzlos aus. Die Essensteilnehmer werden frühzeitig informiert. Für das DRK-Küchenteam, dessen Mitarbeiter auch schon im höheren Rentenalter sind, ist die Hitze ebenfalls eine große Belastung. Die Küchen- und Arbeitsräume werden durch die anhaltende Sonne aufgeheizt, und dann muss trotzdem der große Kessel für 150 Liter Eintopf angeheizt werden. Von kurz nach sieben Uhr morgens bis 14 Uhr schuften die freiwilligen Hilfskräfte, die ausschließlich ehrenamtlich und unentgeltlich tätig sind. 

Die Essensgäste erwarten, dass pünktlich um kurz nach 12 Uhr die Terrinen mit der heißen Suppe oder diesmal dem Pilz-, Tomaten- und Bohneneintopf, angereichert mit angeschmorten Zwiebeln, mit Rindfleisch und einer Käse-Sahne-Sauce, von den Aktiven des ökumenischen Arbeitskreises aufgetragen werden, die vorher bereits die Tische eingedeckt und Gläser sowie Tafelwasser aufgetragen haben. Tischbrot ist bei den Gästen sehr beliebt; früher wurde bei den ländlichen Vorfahren eher selten Tischbrot zu einem deftigen Eintopf gereicht. 

Nach dem üppigen Essen wird das Dessert gereicht, diesmal ein Karamellpudding mit Vanille-Sauce; danach gibt es Kaffee für alle, und viele Gäste nehmen im Topf noch eine Portion für die nächsten Tage mit. Dies erspart, dass zu Hause gekocht werden muss. Einige wenige sind gesundheitlich dazu nicht mehr in der Lage. 

Nach dem gemeinsamen Essen heißt es für das DRK-Team und die Hilfskräfte des ökumenischen Arbeitskreises, den großen Abwasch durchzuführen und Teller, Tassen, Terrinen und das Besteck wieder einzuräumen. Dass die großen Töpfe und die Wärmebehälter im Handbetrieb gereinigt werden müssen, sehen die Essensgäste nicht. Es sind tausende Teile, die gereinigt werden müssen. Und die Essensreste werden in Behälter umgefüllt, sodass sie am Folgetag in Folienbeutel konserviert werden können. 

Die letzte Arbeit, das Wischen der Tischoberflächen, der Essensausgabe und dann noch des Fußbodens in der Küche und den Ausgaberäumen: Sie müssen gewischt werden, weil dies Teil der Hygiene ist. Viele Essensgäste und auch das Leitungsteam sind nicht immer mehr präsent, wenn die Sparschweine geöffnet und die Spendensumme festgestellt wird. Feierabend nach einem langen Arbeitstag bei großer Hitze ist für das ehrenamtliche Team oft erst nach 14 Uhr. Einige der freiwilligen Mitarbeiter vom DRK oder des ökumenischen Arbeitskreises, einige bereits 80 Jahre alt, sind auch körperlich nicht mehr so fit wie 50-Jährige – dies besonders bei der großen Hitze.

Hermann Pannenborg, der Chef der DRK-Verpflegungsgruppe, hat jetzt für den Lagerraum über der Küche, nur über eine Ausschubtreppe erreichbar, einen sicheren Lasten-Seilaufzug eingebaut, sodass nicht benötigte Küchengeräte auf dem Boden für den nächsten Einsatz verstaut werden können. Eine deutliche Arbeitserleichterung. Eine Klimaanlage gibt es in den Küchen und auch im Aufenthaltsraum des DRK-Sozialzentrums nicht, nicht mal Verdunkelungsvorhänge. Wer konnte vor wenigen Jahren schon erahnen, dass der Region drastische Hitzeereignisse bevorstehen.

Das DRK-Verpflegungsteam betreut in der kommenden Woche das DRK-Kinderzeltlager an der Mehrzweckhalle in Schwagstorf. Hier werden 50 Kinder und die Betreuer mit Frühstück, Mittag- und Abendessen versorgt.

Einige Essensgäste der Wittlager Mahlzeit sind jetzt während der großen Sommerferien in Urlaub gefahren. Für die Daheimgebliebenen gibt es weiter die Wittlager Mahlzeit, und die kurze Pause findet erst im September statt.

Text und Fotos: Eckhard Grönemeyer