Bislang waren es überwiegend junge Männer, knapp 20 Jahre alt, die von ihrer Kirche in den USA für 18 Monate als Missionare nach Deutschland geschickt wurden. Sie treten immer als Zweier-Team auf, so ist gewährleistet, dass die strengen Regeln der Kirche eingehalten werden, nicht rauchen, kein Alkohol, nicht mal Kaffee ist erlaubt wegen des Koffeins. Die männlichen Missionare, die für ihren Dienst kein Entgelt erhalten, tragen immer ein weißes Hemd und einen Schlips, dazu der auffällige Button mit dem Namen der Kirche und des Inhabers – in heutiger Zeit für gleichaltrige eine sehr abweichende und auffallende Kleidung.
Jetzt erhielt die „Wittlager Mahlzeit“ im DRK-Sozialzentrum von zwei Missionarinnen, ihr Name Sister Kyuli Turner und Sister Atkinson. Weitere wohnen im kirchlichen Zentrum der Kirche der Mormonen in Osnabrück am Schölerberg. Sie wurden von einem Wittlager Bürger begleitet, der Mitglied der Kirche ist.
Hier wird von der Kirche der Mormonen gesprochen, eigentlich lautet der Name „Church of Jusus Christ of Later Day Saints“. Der kirchliche Mittelpunkt befindet sich in der Hauptstadt des Bundesstaates Utah, Salt Lake City. Männer und Frauen sind gleichberechtigt, deshalb werden auch Frauen als Missionare ins Ausland geschickt für 18 Monate. Zum Vergleich: Hierzulande wäre womöglich wenige junge Menschen bereit, für einen solchen langen Zeitraum ohne Entgelt für Kirche oder soziale Zwecke sich zu engagieren. Deshalb nötigt der Einsatz schon Respekt ab. Die Familie hat bei den Mormonen einen hohen Stellenwert, so werden die Missionare im Auslandseinsatz von ihren Familien finanziell unterstützt. Alle Kirchenämter bei den Mormonen sind ehrenamtlich, selbst die Mitglieder im hohen Rat, etwa im Bischofsrang. Also eine ganz andere Struktur als bei den Amtskirchen hierzulande mit vielen hauptamtlichen Leitungsämtern.
Beide Missionarinnen sind täglich in der Region unterwegs, informieren über ihre Kirche, aber ohne Menschen zu bedrängen, etwa einen Mitgliedsantrag zu unterschreiben. Manchmal werden sie auch angefeindet, obwohl sie angehalten sind, niemanden zu provozieren oder Anlass zu Streitigkeiten zu geben. Bei der Wittlager Mahlzeit wurden sie gastfreundlich empfangen, es gab Hot-Pott oder Stew, so die Bezeichnung für Eintöpfe in den USA. Stew meint keine dünne Suppe. Es gab Gelegenheit zum Smal-talk, viele hiesige sprechen auch englisch.
Jürgen Lukas, DRK-Helfer im Team der Verpflegungsgruppe, versorgte die beiden jungen Damen mit einer heißen Terrine mit einem leckeren Gemüseeintopf, mit Grießklößen und auch einer Fleischeinlage. DRK-Helferin Annegret Teckemeyer hatte das Dessert zubereitet, Apfelkompott mit Sahnehaube oder apple-pie with cream. Kaffee zum Abschluss ist den Missionarinnen nicht gestattet, aber das Tafelwasser und das Brot aus einer hiesigen Landbäckerei schmeckte sehr gut.
Für die Missionarinnen, die erste seit kurzem in Deutschland unterwegs sind, ein positives Treffen, Gastfreundschaft beim DRK-Kreisverband Wittlage im DRK-Sozialzentrum, in den USA bekannt als „Red-Cross Organisation international“.
Text und Foto: Eckhard Grönemeyer
